Wann sollte man Kryptowährungen kaufen?

„Rule No. 1: Never lose money.
Rule No. 2: Don’t forget rule No. 1.“

Warren Buffet

Auch beim Investieren gilt es, das Einmaleins zu beherrschen. Verinnerliche die folgenden Regeln und du wirst mehr Erfolg haben als emotionale Amateure:

  • Investiere nur so viel Geld, wie du bereit bist zu verlieren und nur so viel, dass ein Totalverlust weder deinen Alltag, noch deine Rentenvorsorge negativ beeinflussen würde.
  • Buy low, sell high. Klingt einfach, ist in der Praxis aber gar nicht so leicht. Die beste Herangehensweise ist die Risk to Reward Ratio: Auf den Märkten spielt man als Trader immer mit Wahrscheinlichkeiten. Es gibt keine definitive Sicherheit oder geheime Indikatoren. Der Preis eines Coin, der sein ehemaliges All-Time High (ATH) übertrifft, kann auch noch lange Zeit danach weiter steigen, ein Kurseinbruch wird jedoch immer wahrscheinlicher. Genau eignet sich umgekehrt ein Jahrestiefststand als Einstiegspunkt (vorzugsweise etwa 80% zum ehemaligen Höchststand) – vorausgesetzt, die Fundamentals stimmen. Nicholas Merten erklärt das Risiko-Nutzen-Verhältnis in diesem Video.
  • Nutze nur einfache Tools zur Technischen Kursanalyse: Der Relative Strength Index (RSI) ist ein bewährter Indikator: unter 30 ist ein Preis „overbought“ oder „oversold“, womit bei einem Überverkauf ein Kursan- und bei zu großer Nachfrage wiederum ein Kursabstieg absehbar wird. Bedenke aber: letztlich handelt es sich hierbei um reine Spekulation!
Der Relative Strength Index (RSI) ist ein bewährter Standard-Indikator. Je weiter unten, umso wahrscheinlich ein Kursanstieg und umgekehrt.
  • Support & Resistance bezeichnen Preiszonen, in denen der Kurs einer Währung in einem mehrwöchigen Zeitraum mehrmals seinen Höchst- und/oder Tiefststand erreicht. So scheiterte Bitcoin an 3.000$ mehrfach im Juni und Juli 2017, durchbrach die Resistance am 05.08. und fiel am 15.09. kurzzeitig wieder auf unter 3.000$. Wenn du sicher gehen willst, dass es sich nicht um einen Dead Cat Bounce handelt, also einen kurzen Anstieg und anschließend noch stärkeren Rückfall, empfiehlt es sich zu warten, bis ein Aufwärtstrend bestätigt wurde.
  • Kurse von Altcoins werden in Relation zu Bitcoin gemessen. Zum einen ist das die Währung mit den meisten Handelspaaren und zum anderen messen die meisten ihren Gewinn oder Verlust relativ zu Bitcoin, da wahrscheinlich auch du nicht mit US-Dollar Altcoins kaufst, sondern mit BTC und dessen Performance durch Investments in Altcoins zu toppen versuchst. Bitcoin wiederum misst man typischerweise in Relation zum US-Dollar. Wenn du an BTC als Wertspeicher glaubst, solltest du Bitcoin aber eher ins Verhältnis zu Gold als am längsten etabliertes Edelmetall zur Werterhaltung setzen.

Bitcoin surges past $4,000

Quelle: gerald (pixabay.com, freie Lizenz)

  • Price drives news and news drive price: Bitcoin-Wale kaufen/verkaufen Bitcoin, was gute oder schlechte Presse anregt. Das führt dazu, dass noch mehr Leute möglichst schnell kaufen oder panisch verkaufen. Hinzu kommen Trigger Orders, die zu bestimmten Konditionen ausgelöst werden und bspw. als Stop-Loss Verluste verhindern. Wenn die Kausalität von Ereignissen überhandnimmt, kommt es zu Flash Crashs oder extremen Pumps. Bitcoin scheint mittlerweile zumindest gegen harsche Worte einflussreicher Persönlichkeiten immun zu sein: Weder Donald Trumps kritischer Tweet über Kryptowährungen, noch ein Statement des Weißen Hauses führte zu einer Kurskorrektur. Tokens hingegen hängen stark von positiven und negativen Schlagzeilen ab, wobei sich die fundamentale Grundlage eines Tokens nur selten ändert. Tokens verhalten sich damit wie sehr volatile Aktien. Auch die Weltmärkte beeinflussen den Kryptomarkt, denn Bitcoin & Co. sind nach wie vor Spekulationsgüter, deren Preise durch die Investitionsfreudigkeit an den globalen Märkten mitbestimmt wird. FUD und FOMO entstehen besonders dann, wenn viele neue Leute in einen Markt kommen. Dann führen wichtige Ereignisse umso mehr zu spürbaren Kursbewegungen. Auch traditionelle Indikatoren der Technischen Kursanalyse finden Anwendung, wenn ihnen genügend Trader folgen.
  • Habe eine Strategie für jeden Handel, den du machst. Überlege, wann es sich lohnt, einzusteigen und setze dir Ziele, ob/wann du wieder aussteigen willst. Geduld ist das Schlüsselwort, denn alles was rauf geht, geht auch wieder runter. Habe in jedem Fall immer einen Plan für einen Kursan- und abstieg. Versuche dabei nicht, am Tiefpunkt zu kaufen und am vermeintlichen Peak zu verkaufen. Das schafft nur einer und das auch immer nur durch Zufall. Es reicht, wenn du teurer verkaufst, als du eingekauft hast. Nähert sich ein Kurs einer kritischen Schwelle wie bspw. 6.000$, kann man davon ausgehen, dass viele Trader bei 6.000$ ein Stop-Loss setzen. Sobald diese magische Grenze durchbrochen wird, kann der Kurs auf der Börse schlagartig um 50-100$ fallen.

Der BTC/USD-Kurs mit Volume Profile 2018/2019 symbolisiert die Zonen, in denen die größte Volatilität herrscht, wo also am meisten gehandelt wurde. Grün gibt die Käufe in Relation zu den in rot dargestellten Verkäufen an

  • Limit losses quickly: Wenn sich der Kurs nicht wie erwartet entwickelt, sollte man lieber kleine Verluste hinnehmen, als auf einem sinkenden Schiff zu verharren und schließlich viel zu spät zu verkaufen. Nutze also bevorzugt Börsen wie Coinbase*, Binance*, Huobi*, KuCoin*, Gate.io* und BitMax*, die Stop-Loss-Befehle ermöglichen oder stelle dir einen Alarm mit Apps wie von CoinMarketCap beim Überschreiten eines bestimmten Wechselkurses.
  • Lock in profits: Man macht nur Gewinne, wenn man irgendwann auch wieder verkauft – spätestens, wenn der Preis deutlich über dem Wert liegt. Da der Kurs auch nach einem exponentiellen Anstieg noch weiter steigen kann, sollte man wie beim Investieren besser allmählich verkaufen, sodass man sicher Gewinne einfährt, aber erstmal nicht komplett aussteigt. Hier helfen Auftragsarten wie der Trailing Stop-Order ähnlich dem Stop-Loss.
  • Ein Preis nähert sich auf lange Sicht immer seinem Wert an. In kurzfristigen Zeiträumen von einigen Monaten nähert sich Bitcoin erfahrungsgemäß immer wieder dem Grundpreis des Minings an, wie das Bitcoin Difficulty Ribbon veranschaulicht:

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