Welche Kryptowährungen gibt es?

Eine Marktübersicht von über 5000 Kryptowährungen mit detaillierten Charts und nützlichen Tools bietet CoinMarketCap.com einschließlich mobiler App für Android und iOS. Noch mehr, auch unbekannte Coins und Tokens mit geringem Handelsvolumen findet man auf Coinlib.io – ebenfalls als mobile App für Android und iOS verfügbar. Mehr Infos über einzelne Kryptowährungen findet man auf CoinCheckup.com. CryptoRank.io hat neben einer Marktübersicht auch Infos und Statistiken zu Initial Exchange Offerings (IEOs). CryptoRank ist eine der wenigen Plattformen, die auf Telegram eine tägliche Marktübersicht und einen englischen Diskussionskanal anbieten. ICO Analytics und CryptoDiffer veröffentlichen interessante Statistiken und Infografiken.

Mit BitUniverse oder dem Klassiker Blockfolio gibt es auch hilfreiche Portfolio-Apps, über die du Kryptokurse verfolgen und dein Portfolio eigenhändig oder automatisch über das Auslesen der API-Schnittstellen deiner Börsenkonten erstellen und verfolgen kannst. Der kostenpflichtige Service CoinTracking spielt dir sogar eine Liste für die Steuererklärung aus.

Neben der populärsten Kryptowährung Bitcoin gibt es unzählige weitere alternative Coins, kurz Altcoins, die Blockchains mit unterschiedlichem Consensus und Anwendungszwecken nutzen. Folgende Liste ist keine Investitionsempfehlung, sondern eine rein informative Übersicht:

  • Bitcoin Cash (BCH)

    Bitcoin Cash – die Kryptowährung mit dem größten Marktwert eines Hard Forks von Bitcoin – entstand im August 2017. Sie bietet eine Blockgröße von 32MB statt 1MB und ermöglicht somit theoretisch mehr Transaktionen, produziert aber auch 32x mehr Datenmengen.

  • Litecoin (LTC)

    Litecoins Technologie ist nahezu identisch mit Bitcoin. Die Erstellung und Übertragung von Litecoin basiert auf einem quelloffenen Verschlüsselungsprotokoll und wurde 2011 von Charlie Lee auf GitHub veröffentlicht. Der fundamentale Unterschied ist der ressourcensparendere Konsensmechanismus Scrypt und die vierfache Gesamtmenge von Bitcoin.

  • Ethereum (ETH)

    Ethereum (ETH) startete 2015 als ICO und ist die heute populärste Blockchain für Smart Contracts. Das sind mathematische Verträge, die mit der Blockchain verknüpft und zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Anlass ausgeführt werden. Ethereum nutzt wie Bitcoin das rechenintensive Proof of Work-Protokoll. Es gibt aber intensive Bestrebungen des Teams um Hauptentwickler Vitalik Buterin, den effizienteren Proof of Stake-Algorithmus zu implementieren.

  • EOS

    EOS nutzt ein hybrides Protokoll aus delegated Proof of Stake und Byzantine Fault Tolerance (BFT). Die Blockchain erlaubt mehr Transaktionen und bessere Skalierbarkeit als Ethereum für eine Vielzahl von dApps. EOS‘ ICO endete nach 1 Jahr am 01.06.2018 und brachte den Entwicklern 4 Mrd. US-Dollar ein.

  • Tron (TRX)

    Tron (TRX) – mit Galionsfigur Justin Sun und Stiftung in Singapur – hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Internet zu dezentralisieren und ein globales, freies Entertainment-Netzwerk zu schaffen. Tron ist bekannt für seine zahlreichen Partnerschaften und als delegated PoS Blockchain-Plattform für Netzwerke wie BitTorrent und den Streaming-Dienst DLive.

  • NEO

    NEO verwendet das delegated PoS-Modell mit BFT. Um die Gültigkeit von Transaktionen im Netzwerk zu bestätigen, werden sie von Validator Nodes statt energiehungrigen Minern geprüft. Durch das Staking von NEO in einer Staking Wallet erhält man den „Treibstoff“ NEO Gas, den man für Transaktionen im Netzwerk benötigt.

  • Dash

    Dash führte als erster Coin von Grund auf Masternodes ein. 1000 Coins bringen dem Operator einer Masternode ca. 7% jährliche Rendite. Eine Masternode stellt ihre Coins als Pool bereit, mit dem die Coins aus Transaktionen gemischt werden, was Herkunft und Empfänger unkenntlich macht.

  • Monero (XMR)

    Monero (XMR) zählt wie Dash zu den Privacy Coins. Wo andere Kryptowährungen nur pseudonyme Adressen bieten, sind Transaktionen mit Monero durch Ring-Signaturen nicht zurückverfolgbar. Monero hat eine ASIC-Resistenz implementiert, um sich vor Zentralisierung durch spezialisierte Miner zu schützen.

  • Cardano (ADA)

    Cardano (ADA) ist ein Gemeinschaftsprojekt der besten Wissenschaftler in der Kryptowelt mit seinem Gründer Charles Hoskinson. Es soll die bestehenden Probleme von Blockchains für die Zukunft lösen.

  • Ripple (XRP)

    Ripple (XRP) ist der native Coin des von Ripple Labs entwickelten XCurrent Protocols für globale, blockchainbasierte Zahlungen in einem Peer-to-Peer-Netzwerk. Ripple unterstützt, im Gegensatz zu SWIFT, Krypto- und traditionelle Währungen, wobei XRapid als Liquidity Pool für Banken fungiert. Der native Coin XRP stellt allerdings keine Notwendigkeit im Zahlungssystem dar und ist nicht zu verwechseln mit der dahinterstehenden Technologie.

  • Stellar (XLM)

    Stellar (XLM) will das globale Zahlungssystem vereinfachen und Banken, Shops und Privatkunden in einem kostengünstigen, dezentralen Netzwerk vereinen. Stellar wurde als Open Source-Projekt 2014 von Jed McCaleb als „verbessertes Ripple für SWIFT“ gegründet und kann auf namhafte Berater zählen.

  • IOTA

    IOTAs Besonderheit ist seine „Tangle“-Technik, die auf einem DAG beruht. Anders als Blockchains, die durch mehr Transaktionen langsamer werden, beschleunigen mehr Transaktionen das IOTA-Netzwerk. IOTAs Non-profit Foundation konnte bereits einige Partner gewinnen. Besonders die deutsche Industrie hat mit Bosch, Volkswagen und Jaguar/Land Rover ein Auge auf die vielversprechende Technik geworfen.

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Man unterscheidet bei Kryptowährungen zwischen dem inflationären und deflationären Modell. Eine inflationäre Kryptowährung hat wie Fiatgeld keine maximale Gesamtmenge, wird aber durch sein Protokoll auf eine feste Inflationsrate begrenzt. Das bietet anders als eine Fiatwährung Schutz vor einer Hyperinflation, sofern der Code fehlerfrei ist. Ein unlimitiertes Tauschmittel zirkuliert eher aufgrund seines Wertverlusts und ermutigt gleichzeitig zum Anlegen bzw. Staking eines PoS-Coins, um von den Renditen zu profitieren.

Ein Beispiel für ein deflationäres Modell ist Bitcoin. Durch die Halbierung der Block Rewards für die Miner alle vier Jahre ist der Total Supply von Bitcoin auf 21 Millionen Coins begrenzt. Die so erzeugte Rarität führt bei gleichbleibender oder wachsender Nachfrage zu einem steigenden Preis und hoffentlich zu weniger volatilen, stabileren Kursen. Kritiker bemängeln an Bitcoin als „Währung“, dass durch die erhoffte Wertsteigerung Anleger vermehrt den Coin horten und nicht ausgeben wollen, was Bitcoin als alltägliches Zahlungsmittel ungeeignet macht.

Eine Foundation hat viel Einfluss auf Entscheidungen im eigenen Netzwerk. Daher kann ein Coin wie Ether oder IOTA nie ganz unabhängig und dezentral sein. Wer in einen solchen Coin investiert, muss wissen, dass ein Rollback der Blockchain nicht ausgeschlossen, sondern wahrscheinlich ist, wenn das Vermögen des Kernteams wie beim DAO-Hack betroffen ist.

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