Wer bietet was im DeFi-Bereich?

Echtes Decentralized Finance

„Decentralized Finance“ bzw. zu Deutsch „dezentrale Finanztechnologie“ hat im Jahr 2020 einen regelrechten Hype erlebt. Dabei ist das Angebot an Plattformen für P2P-Dienste, die den direkten Tauschhandel ohne Verifizierung von persönlichen Daten ermöglichen, noch überschaubar. Wie im Kapitel Welche dezentralen Finanzdienstleistungen können angeboten werden? beschrieben, war Yield Farming durch smartes Lending der Hype in 2020. Besonders die Plattform Yearn.Finance hat mit vier Features herausgestochen:

  • Zap: eine Ein-Schritt-Lösung zum Tauschen von Assets
  • Earn: die Assets werden in einen Pool eingezahlt, der nach dem jeweils profitabelsten Protokoll mit den besten Renditen sucht
  • Vaults: Assets in Liquiditätspools anlegen, die Yield Farming betreiben
  • Cover: Versicherung gegen Smart Contract Bugs durch Nexus Mutual

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Centralized Finance on Blockchain

Die mannigfaltigen Anwendungsmöglichkeiten haben neben dezentralen Entwicklungen auch Privatunternehmen auf den Plan gerufen, die neue attraktive, aber zentralisierte Finanzkonzepte und -produkte entwickeln. Immerhin: Anbieter wie Binance* und Crypto.com* haben zusätzlich auch eine dezentrale Börse und Wallet im Angebot.

Best DeFi Products

Quelle: defiprime.com (Twitter, 22.07.2019, modifiziert)

Neben Exchanges gibt es auch Zahlungsdienstleister, die sich primär auf Kryptowährungen spezialisiert und bereits einige Produkte herausgebracht haben. Coinbase hat z.B. eine Visa Debitkarte für ein paar EU-Staaten im Angebot – nur leider mit keinen verlockenden Konditionen.

Crypto.com Logo

Crypto.com

Crypto.com* unterstützt über 55 Kryptowährungen und etliche Fiatwährungen. Die kostenfreien Visa-Karten mit Euro-Wallet gibt es auch in Europa. Wer sein Kryptovermögen per Debitkarte ausgeben will, muss es zuerst in Fiatwährung tauschen – praktischerweise zum Marktpreis in der Crypto.com App. Der 2016 gegründete Anbieter mit Sitz in Hong Kong und DLT-Lizenz in Malta hat ein etwas undurchsichtiges Kostenmodell, das nur per App einsehbar ist. Per Cashback-Programm erhält man für bestimmte Käufe CRO Tokens als Pay Rewards: regulär 1% bei Crypto.com Merchants, die den Pay Checkout anbieten (wie wir). 2% gibt es für alle, die 10.000 CRO staken oder in einem min. 3-monatigen Crypto.com Earn Lockup halten. Das tut man am besten in der App und sichert sich so bis zu 18% auf CRO. Darüber hinaus bietet die Plattform durch Crypto Loans attraktive Zinsen für die Kreditgeber via Crypto.com Earn-Programm: garantierte jährliche Renditen von bis zu 12% auf Stablecoins und bis zu 8% auf populäre Kryptowährungen (und damit besser als die meisten P2P-Kredite über Plattformen wie Mintos*) abhängig von der Lock-up Period und den gestakten CRO Tokens. Wer mehr Risiko eingehen will, kann mit dem Hedgefonds theoretisch eine noch höhere Rendite erzielen – vorausgesetzt, man ist Crypto.com Private Member mit über 100.000 CRO. Auf der Exchange finden alle 1-2 Wochen exklusive Tokenverkäufe über The Syndicate statt, wobei man für CRO neu gelistete Coins oder Tokens mit 50% Rabatt erwirbt! Neu und exklusiv ist auch das DeFi Farming über Supercharger für CRO Staker. Support gibt es über in die App integriertem Live-Chat – leider nicht in Echtzeit. Die App lässt sich nur über den AppStore bzw. PlayStore installieren. Wer die Abhängigkeit auf Android aushebeln will, da er keinen Google PlayStore nutzen kann oder will, kann die Abhängigkeiten der App nach Installation mit Lucky Patcher entfernen.

Das Team legt großen Wert auf Sicherheit der Plattform: Sämtliche Vermögenswerte werden in Kooperation mit dem Hardware Wallet-Hersteller Ledger in Cold Storage aufbewahrt und sind darüber hinaus mit 100 Millionen US-Dollar durch BitGo versichert. Hot Wallets sind das Eigentum der Firma, womit ein Hack nicht zulasten der Nutzer ginge. Fiatgeld befindet sich in Konten regulierter Banken und ist durch staatliche Einlagensicherungen abgedeckt. Seit Mai 2020 wird auch eine Non-Custodial Wallet angeboten, bei der die Nutzer die Private Keys halten. Damit ist auch eine selbstständige Tokenwiederherstellung von nicht unterstützten oder per Airdrop verteilten Tokens möglich. Wer >100.000 CRO hält, bekommt als Crypto.com Private Member Zugang zu exklusiven Investitionsmöglichkeiten und Erbservice. Mit dem Referral Code qdfn5sjvfd erhältst du 50$ in CRO Tokens nach der KYC-pflichtigen Registrierung in der App, wenn du 1.000 CRO kaufst und für 6 Monate stakst, um Zinsen und eine kostenlose Visa Debitkarte zu erhalten.

Crypto.com Visa Debit Card Tiers

Nexo.io Logo

Nexo

Nexo.io ist wie Crypto.com ein Treuhand-Verwalter und wirbt mit „Licensed & Regulated“ auf seiner Homepage. Auf wiederholte Nachfrage gibt das Unternehmen für EU-Nutzer lediglich eine estnische Finanzlizenz heraus. Der Firmensitz bleibt Geheimsache. In den AGB heißt es: „Diese Bestimmungen werden gemäß den geltenden Gesetzen der Gerichtsbarkeit des Webseiteninhabers geregelt und ausgelegt.“ Bei der US-Börsenaufsicht wurde das Unternehmen mit einer Briefkastenadresse auf den Kaimaninseln angemeldet. Nicht unüblich für die Branche, aber angesichts der Werbung als lizenziertes Unternehmen irreführend. Über das fehlende Vertrauen können auch die jährlichen Dividenden für NEXO-Holder etwa jedes 3. Quartal nicht hinwegtäuschen. Immerhin: Nexo berücksichtigt nicht nur den Tag der Ausgabe, sondern für Loyalty Rewards auch zu einem Drittel die durchschnittliche Menge an NEXO Tokens, die sich zwischen den Dividendenausschüttungen in der Nexo Wallet befunden haben. Eine Ankündigung erfolgt auf dem Blog von Nexo. Renditen im Lending sind ordentlich genau wie die Mindesteinzahlung für Banküberweisungen: 1.000 US-Dollar. Nexo ignoriert auf seiner Webseite die härtesten Gegner beim Vergleich der eigenen Leistungen und zieht die Schlusslichter der Branche als Maßstab heran.

Celsius Network

Celsius.Network* ist weniger progressiv, dafür umso regelkonformer – anders wäre es mit Niederlassungen im hochregulierten Amerika auch nicht möglich. Das Unternehmen legt großen Wert auf seine kleine, wenn auch stetig wachsende Community mit dem Kredo:  „We can do well after we do good for our community“. Die 80% Gewinnbeteiligung jede Woche sind jedoch keine Dividende, sondern übliche Lending-Erträge, wie sie auch andere DeFi-Unternehmen an ihre Kreditgeber ausschütten. Anders als Crypto.com gilt hier aber das Prinzip #FeeFree. Neben den soliden Grundfunktionen täte der Plattform eine Listung auf einer populären Börse gut. Ansonsten läuft ihr Gründer, Geschäftsführer und Erfinder der IP-Telefonie Gefahr, dass seine Bemühungen um Sicherheit und Nutzererfahrung nicht die Masse erreichen. Über diesen* Link erhältst du 10$ Willkommensbonus bei einer Einzahlung im Wert von >200 USD.

Pundi X LogoPundi X

Pundi X setzt auf eine App in Verbindung mit seinem XPOS-Terminal, über den Händler Zahlungen per Kreditkarte oder XPass Wallet akzeptieren können. Nutzer können virtuelle Kreditkarten in der Smartphone-App einrichten – zum Beispiel mit dem futuristisch anmutenden Smartphone des Partners FunctionX. Der XPOS ermöglicht es Entwicklern, über den eigenen App Store weitere Tools hinzuzufügen – in einem geschlossenen Ökosystem mit begrenztem Anwendungsspektrum ein gewagtes Vorhaben. Darüber hinaus dient der Terminal auch als Node zum Verifizieren von Transaktionen des dezentralen Netzwerks, was wenigstens ein paar Transaktionsgebühren einbringen dürfte. Der eigene Token NPXS fungiert als (hochvolatiles) Treueprogramm, dessen Preis in 2019 stetig gefallen ist. Die Anzahl der unterstützten Coins und Tokens ist mit Bitcoin, ETH, BNB, DGX, KCS, KNC und NPXS sehr gering. An die Private Keys kommt der Nutzer nicht heran.

Auch Exchanges bieten Lending Rewards. KuCoin hat sogar eine Dividende für KCS-Holder von ca. 3% Jahresrendite abhängig von den eingenommenen Transaktionsgebühren. Bei COSS.io werden 50% der Gewinne direkt in den gehandelten Währungen an die Tokenholder ausgezahlt – bei einem Handelsvolumen von 500.000$ am Tag bekommt man mit 1000 COS etwa 0,5 Cent. Das ist nicht nur unrentabel, die Exchange hat auch mit vielen technischen Problemen zu kämpfen und verärgert des Öfteren seine Nutzer. Eine Alternative zu Dividenden ist das Burning: Binance „verbrennt“ stetig einen Teil der Gesamtmenge an BNB aus den eigenen Teamreserven, was zwar theoretisch einen höheren Preis durch Rarität erzeugt, jedoch keine Coins vom Markt nimmt.

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