Bitcoin als langfristige Wertanlage

Bitcoin wurde ursprünglich von seinem Erfinder „Satoshi Nakamoto“ als unabhängiges P2P-Zahlungssystem entworfen und anfangs auch so genutzt. Heute sehen Investoren in Bitcoin hauptsächlich eine langfristige Wertanlage. Häufig wird Bitcoin als „digitales Gold“ bezeichnet. Doch es gibt auch kritische Stimmen:

„Der Bitcoin ist doch nur ein Spielball für Personen, die schnell Reibach machen wollen. Und das ist das Problem. Ich glaube nicht an diesen langfristigen Wertespeicher, der einfach da tot liegt, sondern ich glaube an aktive Transaktionen.“

Investor und Buchautor Frank Thelen im Gespräch mit Dr. Julian Hosp auf YouTube, 09.07.2019

Auch der US-Präsident äußerte sich wenig begeistert über Kryptowährungen:

Wer ihm das wohl diktiert hat? Es ist jedenfalls nichts Neues. Viele Banken haben sich in den letzten Jahren negativ über Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen geäußert. Kurz darauf veröffentlichte JP Morgan seinen eigenen Coin mit privater Blockchain. Forbes zufolge kaufen immer mehr reiche Leute Bitcoins per OTC-Transfers, während erste Banken das RippleNet zum Zahlungsverkehr integrieren. Entscheidend ist nie, was die Mächtigen sagen, sondern wie sie handeln.

When the big boys miss a train, they bring back the train to their station, when ordinary people miss the train, they wait for the next one.

Bitcoin ist nicht nur die erste blockchainbasierte Kryptowährung, sondern auch nach wie vor die treibende Kraft hinter den Altcoins, so wie sich der Aktienmarkt an den FAANG-Unternehmen orientiert. Steigt Bitcoin, steigen die Altcoins – zumindest im Dollar-Wert. Fällt Bitcoin, fallen auch die Altcoins. Abgesehen von Stablecoins, die Fiatwährungen wie den US-Dollar relativ präzise repräsentieren, wird Bitcoin der Status der langfristig „sichersten“ Kryptowährung zugesprochen. Ein plausibler Indikator ist der stetig steigende Unspent Transaction Output (UTXO): Immer mehr Adressen empfangen Bitcoin, geben aber keine Transaktionen weiter sondern „hodlen“ die Coins. Das kann an mehr Besitzern von Bitcoin liegen, aber auch an einer Verteilung des Guthabens auf mehrere Adressen.

Wie dem auch sei: Bitcoin hat während des Bear Markets 2018 weniger Verluste erlitten als die allermeisten Altcoins. Diese erweitern zwar wie oben beschrieben die Blockchain-Technologie um Skalierbarkeit und Smart Contracts, dies dürfte aber in Zukunft dank Lightning Network, Rootstock und anderen technologischen Innovationen auch mit Bitcoin möglich sein. Da diese Lösungen nicht nativ im Bitcoin-Protokoll verankert sind, sondern als Layer 2 Solutions nur darauf aufbauen, handelt es sich um zentralisierte Erweiterungen. Dies tut der Dezentralisierung nach Meinung von Julian Hosp jedoch keinen Abbruch.

Der Branchenverband Bitkom teilte in einer Pressemitteilung im Februar 2018 mit: gerade einmal 4% der Deutschen besitzen Bitcoin oder haben Bitcoin zumindest mal genutzt. Kein Wunder, denn Gehälter werden typischerweise nicht in Bitcoin ausgezahlt. Mit Faucets lassen sich ein paar Cent in Kryptowährungen verdienen. Horrende Renditen wie zur Pionierzeit von Gavin Andresen sind aber nicht mehr zu erwarten. Doch es gibt noch immer Giveaways für KYC-verifizierte Nutzer aufstrebender Dienste, die für eine Registrierung ein paar Dollar Startkapital in Krypto verschenken, weshalb es sich lohnt, einen Account besser heute als morgen zu erstellen.

Es mehren sich Plattformen wie Brave oder BitTorrent Speed, die mit mehr oder weniger revolutionären Ideen die Blockchain-Technologie im Alltag der Internetnutzer etablieren wollen. Doch erst ein Netzwerkeffekt durch Initiativen wie Libra könnte über 2 Milliarden aktive Facebook-Nutzer in den Kryptomarkt bringen, wenn jedem Anwender eine nativ integrierte digitale Wallet im Messenger zur Verfügung stünde. Ein Konto beim weltweit meistgenutzten sozialen Netzwerk, das ausreicht, um Geld zu empfangen und zu senden und wofür kein Fremdanbieter und keine Drittplattform notwendig ist, hat das Potential das PayPal von morgen zu werden.

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