Blockchain-Adaption von Institutionen und Tech-Riesen

Erfreulicherweise sehen wir mehr und mehr Unternehmen, die die Blockchain-Technologie in ihre Dienste einbinden oder Services für sie entwickeln, wenn auch die Beweggründe oft nur finanzieller Natur sind, um mit dem Schlagwort Blockchain das eigene Unternehmen als innovativ zu deklarieren und womöglich die eigene Aktie zu pushen. Dabei sollte man genau die Vor- und Nachteile der Blockchain-Technologie abwägen, die für oder gegen die Implementierung der Blockchain-Technologie sprechen. Eine Datenbank, wie es die allermeisten Dienstanbieter verwenden, ist vielfach effizienter, jedoch zentral kontrolliert und daher einfach zu beeinflussen bzw. manipulierbar. Amazon bietet Unternehmen Lösungen für AWS mit der Distributed Ledger Technology an. Google hat bereits Datenanalyse-Tools parat. Und Facebook will seinen neuen Stablecoin Libra bis 2020 in seine sozialen Netzwerke integrieren, um Mark Zuckerbergs Versprechen einer dezentralen Zukunft mobiler Apps nachzukommen.

Der Einfluss der Mächtigen sollte nie unterschätzt werden. Während Bitcoin von einer freiwilligen Adaption und der Weiterentwicklung seines Protokolls durch eine offene Entwicklergemeinde abhängt, arbeiten Banken bereits an eigenen Lösungen, um einen schnellen, globalen Zahlungsverkehr zu ermöglichen. Eine Option ist RippleNet, das Protokoll der Firma und Kryptowährung Ripple, welches bereits von einigen namhaften Finanzinstitutionen genutzt wird. Stablecoins funktionieren in gleicher Weise, nur auf anderen Blockchains. Dass der weltweite Zahlungsverkehr schneller und bequemer werden wird, steht außer Frage – doch wahrscheinlich werden große Zahlungsanbieter wie Amazon Pay, Apple Pay, Google Pay oder Tencent in China eine große Rolle spielen, wie Frank Thelen prophezeit. Der Investor hat bereits Start-ups in der Unterhaltungsshow Die Höhle der Löwen auf die Beine geholfen. Seinem „Framework“ zufolge sind Transaktionsvolumen und Popularität die entscheidenden Faktoren für langfristigen Werterhalt. In physischem sowie digitalem Gold – wie Bitcoin zuweilen bezeichnet wird – sieht er keine Zahlungsplattform der Zukunft:

Anthony Pompliano, Bitcoin Investor und Entrepreneur, ist da anderer Meinung. Ihm gegenüber stand in der lang ersehnten Debatte auf CNBC Africa Peter Schiff, erfahrener Marktexperte und Verfechter von traditionellem Gold.

Facebook hat als erster Tech-Riese die Zeichen der Zeit erkannt und seine eigene Kryptowährung Libra entwickelt. Große Tech-Firmen sind bereits der Libra Association beigetreten – weitere sollen folgen. Eine neue, nativ in soziale Netzwerke eingebundene Zahlungsweise könnte schon bald populär werden. Doch es besteht kein Zweifel: Jeder Hersteller und Dienstanbieter möchte nach Möglichkeit sein eigenes Bezahlsystem massentauglich und zum neuen Standard machen. Jeder Apple-Nutzer wird an die im App Store verfügbaren Zahlungsarten gebunden sein. Unwahrscheinlich, dass er deswegen das Apple-Ökosystem verlässt. Nur immenser Druck wird Tech-Giganten wie Apple oder Google bewegen, Konkurrenzdienste und -produkte wie den Libra Coin als Zahlungsalternative zu integrieren. Die meisten Verbraucher werden eher statt einer unregulierten, dezentralen Währung das Zahlungsmittel wählen, welches am weitesten verbreitet und/oder ins Smartphone integriert ist – egal ob zentral oder dezentral.

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